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Pressemitteilung
Nürnberger Steuergespräche e.V. vergibt Förderpreise für Dissertationen

September 2005

Der Zweck der Nürnberger Steuergespräche e.V. besteht darin, den wissenschaftlichen Meinungs- und Erfahrungsaustausch zwischen Wissenschaft und Praxis auf den Gebieten des Steuerrechts, der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre sowie des Prüfungswesens zu fördern. Darüber hinaus werden Förderpreise für den wissenschaftlichen Nachwuchs vergeben.

Der bundesweit ausgeschriebene Förderpreis der Nürnberger Steuergespräche e.V. wurde anlässlich des Familienrechtstags der Steuerberaterkammer Nürnberg am 15. September 2005 zum fünften Mal vergeben. Manfred Dehler, Vorsitzender der Nürnberger Steuergespräche e.V. und Präsident der Steuerberaterkammern Nürnberg, der Vorstandsvorsitzende der DATEV eG, Herr Prof. Dieter Kempf, sowie Prof. Dr. Wolfram Scheffler vom Lehrstuhl für Steuerlehre der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg übergaben die Preise an Dr. Lars Brinkmann (Universität Hannover), Herrn Dr. Stefan Lütke (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg) sowie Frau Dr. Anne Schäfer (Universität Mannheim).

Herr Dr. Lars Brinkmann untersucht in seiner Dissertation die ertrag- und schenkungsteuerlichen Effekte, die bei einer Übertragung von Unternehmen bzw. Anteilen an einer Personengesellschaft eintreten, wenn die Gegenleistung - wie bei der Übertragung an ein Familienmitglied häufig üblich - unter dem tatsächlichen Wert liegt. Berücksichtigt werden Einmalzahlungen in Form von Abfindungszahlungen oder Übernahme von Verbindlichkeiten sowie wiederkehrende Bezüge.

Herr Dr. Stefan Lütke geht in seiner Arbeit darauf ein, inwieweit die Hinzurechnung nach dem deutschen Außensteuergesetz mit der im EG-Vertrag gewährleisteten Kapitalverkehrsfreiheit vereinbar ist. Darüber hinaus analysiert er, ob sich aus der Welthandelsordnung (WTO) Grenzen für die Gestaltungsfreiheit des deutschen Steuergesetzgebers ergeben.

Frau Dr. Anne Schäfer erforscht in ihrer Dissertation, welche Rückwirkungen sich aus dem verstärkten Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien auf die derzeit geltenden Regeln zur Verteilung der Besteuerungsrechte zwischen den Staaten haben. Insbesondere beschäftigt sie sich mit dem Problem, wie die Kriterien zur Bestimmung der Ansässigkeit eines Unternehmens, die Betriebsstättenbesteuerung sowie die Erfolgsabgrenzung zwischen den beteiligten Staaten unter den geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst werden können.

Durch den Förderpreis der Nürnberger Steuergespräche e.V. sollen Habilitationen und Dissertationen angeregt werden, die Aspekte der Steuerberatung und Informationsverarbeitung miteinander verknüpfen. Die Arbeiten sollen einen Anwendungsbezug aufweisen.

Die wissenschaftlichen Arbeiten werden in die von den Nürnberger Steuergesprächen e.V. herausgegebene Schriftenreihe "Steuerberatung und Informationsverarbeitung" aufgenommen. Aufgelegt und vertrieben wird diese Reihe, in der auch die Arbeiten der bisherigen Preisträger erschienen sind, von der DATEV eG, Nürnberg. Der Preis wird von der DATEV eG zur Verfügung gestellt. In jedem Kalenderjahr werden bis zu vier Arbeiten ausgezeichnet. Über die Preisvergabe entscheidet ein wissenschaftlicher Beirat, der sich aus Prof. Dr. Amberg, Prof. Dr. Bodendorf, Prof. Dr. h.c.mult. Mertens, Prof. Dr. Peemöller, Prof. Dr. Reiß und Prof. Dr. Scheffler (alle Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) zusammensetzt.