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Pressemitteilung
Nürnberger Steuergespräche e.V. vergibt Förderpreise für Dissertationen

September 2004

Der Zweck der Nürnberger Steuergespräche e.V. besteht darin, den wissenschaftlichen Meinungs- und Erfahrungsaustausch zwischen Wissenschaft und Praxis auf den Gebieten des Steuerrechts, der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre sowie des Prüfungswesens zu fördern. Darüber hinaus werden Förderpreise für den wissenschaftlichen Nachwuchs vergeben.

Der bundesweit ausgeschriebene Förderpreis der Nürnberger Steuergespräche e.V. wird anlässlich des Familienrechtstags der Steuerberaterkammer Nürnberg am 11. Oktober 2004 zum fünften Mal vergeben. Manfred Dehler, Vorsitzender der Nürnberger Steuergespräche eV und Präsident der Steuerberaterkammern Nürnberg, der Vorstandsvorsitzende der DATEV eG, Herr Dieter Kempf, sowie Prof. Dr. Wolfram Scheffler vom Lehrstuhl für Steuerlehre der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg übergeben die Preise an Herrn Dr. Marco Dietel (Universität Regensburg), Herrn Dr. Jochen M. Fischer (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg), Herrn Dr. Gerd Konezny (Wirtschaftsuniversität Wien) sowie Herrn Dr. Uwe Lochmann (Universität zu Köln).

Herr Dr. Dietel untersucht die verschiedenen International Accounting Standards daraufhin, ob bzw. in welchem Umfang diese für die steuerliche Gewinnermittlung übernommen werden können. Beurteilungsmaßstab bilden jeweils die vom Gesetzgeber in den Gesetzesbegründungen angeführten Kriterien. Nach seiner Ansicht ist eine IAS-Maßgeblichkeit mit den vom deutschen Gesetzgeber verfolgten Zielen weitgehend vereinbar.

Herr Dr. Fischer entwickelt in seiner Dissertation ein Konzept zur Ausgestaltung des strategischen Controlling für mittelständische Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüferkanzleien. Die methodischen Überlegungen werden in einem "Kanzleinavigator" zusammengefasst, der eine Steuerung einer Kanzlei nach den vom Kanzleiinhaber gewünschten Vorgaben ermöglicht. Die Überlegungen können auch auf wissensorientierte Dienstleistungsunternehmen übertragen werden.

Nach einer umfassenden und sorgfältigen Analyse der Literatur und Rechtsprechung kommt Herr Dr. Konezny zu dem Ergebnis, dass sowohl in der Handelsbilanz als auch in der Steuerbilanz für Schulden ein generelles Abzinsungsgebot besteht. Er bestätigt insoweit die im Einkommensteuergesetz enthaltene Regelung; Änderungsbedarf besteht allerdings für die Rechnungslegung nach dem Handelsgesetzbuch.

Herr Dr. Lochmann analysiert die Besteuerung von vielfältigen Formen von aktienkursorientierten Vergütungsinstrumenten und erarbeitet für diese einen geschlossenen Lösungsansatz. Er bezieht in seiner Betrachtung nicht nur die Arbeitnehmer ein. Vielmehr untersucht er die Auswirkungen auf sämtliche Beteiligte, wie Arbeitgeber, Aktionäre sowie die verbundenen Unternehmen.

Durch den Förderpreis der Nürnberger Steuergespräche e.V. sollen wissenschaftliche Arbeiten (Habilitationen, Dissertationen) angeregt werden, die Aspekte der Steuerberatung und Informationsverarbeitung miteinander verknüpfen. Hierzu gehören beispielsweise Arbeiten zur Steuergestaltungsberatung, zur betriebswirtschaftlichen Beratung durch die steuerberatenden Berufe, zu berufspolitischen Problemen, zum Rechnungswesen oder Controlling, zu Softwarelösungen für steuerberatende Berufe, zu betriebswirtschaftlichen und EDV-technischen Aspekten des Kanzleimanagements oder zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechniken durch die steuerberatenden Berufe, die Finanzverwaltung und die Finanzgerichtsbarkeit. Die Habilitation bzw. Dissertation soll einen Anwendungsbezug aufweisen.

Der Preis beträgt 1.500 €. Sofern die Habilitation oder Dissertation noch nicht veröffentlicht ist, erfolgt zusätzlich eine Aufnahme in die Schriftenreihe "Steuerberatung und Informationsverarbeitung" (hrsg. von den Nürnberger Steuergesprächen e.V., vertrieben von der DATEV eG). Ein Druckkostenzuschuss ist nicht zu leisten.

Der Preis wird von der DATEV eG zur Verfügung gestellt. In jedem Kalenderjahr werden bis zu vier Arbeiten ausgezeichnet. Über die Preisvergabe entscheidet ein wissenschaftlicher Beirat, in dem Prof. Dr. Amberg, Prof. Dr. Bodendorf, Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Mertens, Prof. Dr. Peemöller, Prof. Dr. Reiß und Prof. Dr. Scheffler (alle Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) vertreten sind.